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Deutschkreutz, Schloss
Das mächtige ehemalige Wasserschloss liegt westlich des Ortes und zählt zu den hochrangigsten profanen Baudenkmalen des Burgenlandes.
Der Baukörper ist als Vierflügelanlage mit akzentuierenden Ecktürmen um einen weitläufigen zweigeschossigen Arkadenhof konzipiert und steht in der Tradition italienischer Renaissancebauten. Ein urkundlich bereits 1492 existierendes Schloss befand sich im Besitz der Familie Kanizsai, unter Graf Thomas Nádasdy kam es um 1560 zu einem Neubau, der 1621 zerstört und 1625 wieder errichtet sowie in der Folge zu einem bedeutenden Wirtschaftskörper mit ausgedehnten Grundbesitzungen ausgebaut wurde. Nach 1676 ging der Besitz an die Familie Esterházy über.
Als 1960 die Unterschutzstellung durchgeführt werden konnte, waren bereits Teile der Gesamtanlage, darunter ein beeindruckender freistehender Festsaal des 17. Jahrhunderts mit repräsentativer Fassadierung abgebrochen und das Schloss selbst wies schon einen äußerst baufälligen Zustand auf. Von der ursprünglich reichen Ausstattung hatten sich nur mehr bescheidene Reste erhalten.
In diesem Zustand erwarb 1966 der bedeutende Maler und Vertreter der Wiener Schule des phantastischen Realismus, Prof. Anton Lehmden, das Schloss und begann mit kontinuierlichen Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Ein besonderes Augenmerk galt der Reparatur von Dachflächen, der Wiederherstellung der ursprünglichen Raumfluchten und der Restaurierung zahlreicher Stuckdekorationen. Ein über die Fassaden des ganzen Baukörpers als Hauptzier angebrachter und künstlerisch reich gestalteter Akanthusstuckfries des 17. Jahrhunderts, belebt von Puti, Fabelwesen und Tiergestalten, konnte im Laufe einer umfassenden Restaurierkampagne und mit großem Aufwand in den 1990er Jahren konserviert und in Teilen rekonstruiert werden.
Neben den substanzerhaltenden Arbeiten war der Schlossherr aber auch stets bestrebt, unter Respektierung der überkommenen Baudetails behutsame künstlerische Eingriffe und Neugestaltungen mit seiner persönlichen Handschrift vorzunehmen. So entstanden sukzessive Räume mit Malereien des Künstlers, ein eigenes Lehmden-Museum und Seminarräume.
Die künstlerisch-ästhetischen Formulierungen Lehmdens finden sich nun auch in zahlreichen Räumen wieder und somit erhält das Schloss kontinuierlich eine weitere kulturhistorisch relevante Schicht.
Am heurigen Tag des Denkmals wird es erstmals möglich sein, nicht nur das beeindruckende Denkmal mit den vielen Instandsetzungen der letzten Jahrzehnte zu erleben, sondern auch vom Künstler selbst umgestaltete Räume und bisher nicht zugängliche Privatgemächer zu besichtigen.
11.00 und 14.00 Uhr Führungen, Treffpunkt Schlosseingang
(Prof. Anton Lehmden)
7301 Deutschkreutz
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