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Irdning, Pürglitzschanze

Pürglitzschanze (Foto: BDA)

In den Wäldern südlich von Irdning liegt über dem Donnersbachtal ein bemerkenswertes Bodendenkmal: Tiefe Gräben und steile Wälle bilden ein fünfeckiges Festungswerk. Durch historische Forschungen und archäologische Grabungen des Bundesdenkmalamtes wissen wir, dass es sich um eine etwa 200 Jahre alte Anlage aus der Zeit der Napoleonischen Kriege handelt, die der Sicherung der bis in den Raum Irdning vorgedrungenen französischen Armee diente.
Führungen um 10.00 und 14.00 Uhr (ca. 2 Stunden), Treffpunkt: Vor dem Kapuzinerkloster Irdning Etwa 20 Minuten Fußmarsch. Ansprechperson: Hans Rudorfer, 0650 4000204
8952 Irdning, 8953 Donnersbach, Pürglitzschanze



Im Zuge des zweiten Koalitionskrieges gegen Frankreich war auch die Steiermark unmittelbar von Kampfhandlungen bedroht und geriet teilweise unter französische Kontrolle. Als die französischen Truppen auch Irdning besetzten, wurden rund um die Ortschaft 12 Schanzen angelegt, die eine zusammenhängende, befestigte Linie bildeten und die Truppen am weiteren Vormarsch hindern sollten.

Eine jener Feldbefestigungen ist die auf der Pürglitz gelegene Erdschanze, die mit ihrer Spitze gegen das Donnersbachtal zeigt und vermutlich für Artillerie und Infanterie vorgesehen war. Mit Ausnahme der nordöstlichen Seite besteht die Anlage im Gesamten aus einem Außenwall, einem daran anschließenden Graben und dem nachfolgenden Innenwall mit breiter Wallkrone. Auf der nordöstlichen Rückseite findet sich hingegen nur der Innenwall mit einem davor liegenden Graben. Der Höhenunterschied zwischen Graben und Innenwallkrone misst bis zu 4,2 m.

Die Schanze weist auch heute noch zwei Zugänge in Form von etwa 1 m breiten Erdrampen auf, die an der West- und Nordostseite über den Graben in das Innere der Pürglitzschanze führen. Im Innenareal finden wir weitere Erdrampen, die vermutlich für die Aufstellung von Geschützen vorgesehen waren.

Mit der Pürglitzschanze ist uns ein wichtiges Dokument historischer Festungsbautechnik aus der Zeit der napoleonischen Kriege erhalten geblieben. Die großflächig angelegte Schanze ist von ihrer Art her dem sogenannten Bastionärsystem zuzurechnen, das über einen langen Zeitraum hinweg den europäischen Festungsbau prägte. Ab dem 17. Jahrhundert wurden solche Schanzen schließlich in befestigten Linien angelegt („Linienverteidigung“), wie es auch rund um Irdning zur Anwendung kam. Bemerkenswert ist hierbei der außerordentlich gute Erhaltungszustand der Pürglitzschanze, da gerade Erdschanzen häufig durch Land- und Forstwirtschaft eingeebnet wurden. Im Gegensatz zu den meisten Feldbefestigungen kann die Pürglitzschanze sehr gut datiert werden. Sie wurde zwischen Dezember 1800 und März 1801 errichtet. Beim Abzug der französischen Truppen stand sie vermutlich erst vor der Fertigstellung und kam somit nie zum Einsatz.



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