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November
Neu entdecktes awarisches Gräberfeld
Abb. 1: Luftaufnahme des Gräberfeldes während der Grabungsarbeiten. Die dicht nebeneinander liegenden Gräber sind in verwandtschaftsbezogene Grabgruppen gegliedert. Der dunkle Kreis verweist auf ein an diesem Platz um 700/600 v. Chr. errichtetes hallstattzeitliches Hügelgrab.
Abb. 2: Bestattung einer Frau mit tödlichen Schädelverletzungen. Die durch ein Schwert oder eine Streitaxt verursachten, klaffenden Schädelverletzungen quer über der Stirn und auf dem linken Schläfenbein müssen den sofortigen Tod dieser jungen Frau bewirkt haben (2. Hälfte 8. Jahrhundert n. Chr.).
Abb. 3: Bestattung eines hochstehenden Kriegers mit seinem an der linken Seite niedergelegten Reitpferd. Trotz einer Schachttiefe von 3 Metern wurde das Grab wenige Jahrzehnte nach der um 750 n. Chr. erfolgten Beisetzung geplündert. Erhalten haben sich die für den Grabräuber wertlosen, aus Bronze gefertigten Sattel- und Zaumzeugbeschläge.
Abb. 4: Glasperlenkette.
Die Glasperlenkette aus dem Grab einer jungen Frau besteht aus Mosaikaugenperlen, Augenperlen sowie gold-und silberfolierten Mehrfachüberfangperlen. Besonders die im awarischen Milieu bislang ungewöhnlichen Mosaikaugenperlen lassen in Verbindung mit der ebenfalls in diesem Grab vorkommenden Keramik an eine Frau slawischer Herkunft schließen.
Abb. 5: Nebenriemenzunge.
Das Standessymbol eines Kriegers war u. a. sein prächtiger, beschlagverzierter Gürtel. Diese aufwändig gearbeitete, vergoldete Riemenzunge stammt aus einer byzantinischen Werkstätte und wurde um die Mitte des 8. Jahrhunderts n. Chr. erzeugt.
Auf der Trasse der zukünftigen Wiener Südrandstraße (S1) wurde 2001 durch Luftbildprospektion ein awarisches Gräberfeld entdeckt, von dem im Jahr 2002 insgesamt 650 Gräber freigelegt werden konnten. Die Bestattungen von Männern, Frauen und Kindern stammen aus dem 7. bis 8. Jh. n. Chr.
Ein im April 2001 durchgeführter Luftbildflug zur Erkundung archäologischer Fundstellen auf der Trasse der zukünftigen Wiener Südrandstraße (S1) am Schnittpunkt mit der Laxenburgerstraße führte zur Entdeckung eines bislang unbekannten awarischen Gräberfeldes. Die Zusammenarbeit der Abteilung für Bodendenkmale und der Österreichischen Schnellstraßen und Autobahn Gesellschaft (ÖSAG) ermöglichte von März bis August 2002 auf einer Fläche von 15000 m² die Freilegung von insgesamt 650 Gräber von Männern, Frauen und Kindern des 7. und 8. Jh. n. Chr.
Besonders spektakulär war die Aufdeckung mehrerer Krieger, die in tiefen Grabschächten mit ihren Waffen (Reflexbögen, Säbel und Streitäxten) und fürstlichen Standessymbolen, den prächtig gearbeiteten, vergoldeten Gürtelgarnituren und gemeinsam mit ihren aufgezäumten Reitpferden beigesetzt waren.
In den letzten Jahrzehnten des 8. Jahrhunderts wurden im bis dahin von awarischen Trachtelementen dominierten Gräberfeld auch einige Frauen bestattet, deren spezifische Ausstattung sie als Angehörige einer slawischen Bevölkerungsgruppe ausweist.
Das 2250 Objekte umfassende Fundmaterial des Gräberfeldes wird derzeit in den Werkstätten des BDA restauriert und soll in einer geplanten Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
© Abb. 1-5: BDA 2002.
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