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Veranstaltungen / Ausstellung

Gefährdet - Konserviert - Präsentiert

Bei der Eröffnung

©Belvedere/OTS-APA/Hautzinger

Agnes Husslein-Arco (Direktorin des Belvedere), Anton Faber (Dompfarrer), Veronika Pirker-Aurenhammer (Kuratorin der Sammlung Mittelalter) und Bernd Euler-Rolle (Leiter der Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamts)

©Belvedere/OTS-APA/Hautzinger

Dornenkrönung

Detail

Ecce homo Detail

Christus vor Kaiphas

Restauratorin bei der Arbeit

Die Passionsreliefs vom Wiener Stephansdom

Event Kurzinfo

Zeit: 11. November 2009 bis 7. Februar 2010 von 10:00 bis 12:00 Uhr

Ort: Unteres Belvedere, Schatzhaus Mittelalter. Schaudepot im Prunkstall. Rennweg 6 1030 Wien

Veranstalter: Belvedere

Mit: Dombauhütte zu St. Stephan, BDA

Preis: Siehe Ticketinfo Belvedere (Normalpreis Erwachsene Unteres Belvedere 9,50, diverse Ermäßigungen)

Link: http://www.belvedere.at/jart/prj3/belvedere/main.jart?rel=de&content-id=1239009308493&reserve-mode=active

Präsentation im Prunkstall des Belvedere

Die Dom- und Metropolitankirche St. Stephan – seit Jahrhunderten das geistliche Zentrum Wiens und ein mittelalterlicher Sakralbau ersten Ranges – birgt eine Fülle an hoch bedeutenden Bildwerken der Steinmetzkunst. Eines dieser Meisterwerke ist nun für kurze Zeit zu Gast im neu eingerichteten Schaudepot „Schatzhaus Mittelalter“ im Belvedere: der Reliefzyklus der Passion Christi aus dem frühen 16. Jahrhundert, der einst an den Außenwänden der Schatzkammer beim Chor angebracht war. Der heutige Besucher des Stephansdoms findet an dieser Stelle spätgotische Wandmalereien der Passion, die bei der Abnahme des Skulpturenzyklus in den Jahren 1898 und 1942 zum Vorschein gekommen waren. Von den Passionsreliefs haben sich sechs Teile erhalten, weitere gingen höchstwahrscheinlich im Zuge des Dombrandes 1945 verloren. Aus großen Sandsteinblöcken gemeißelt, schildern sie detailreich und mit eindringlicher Drastik den Leidensweg Christi. Derzeit werden die Skulpturen in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes von einem Spezialistenteam restauriert und sollen zukünftig im Inneren des Stephansdoms neu positioniert werden.

Aufgrund starker, zum Teil kriegsbedingter Schäden war eine Restaurierung der Skulpturen dringend nötig, um den Erhalt der wertvollen Bildwerke zu sichern. Zunächst erfolgte eine genaue Bestandsaufnahme der sehr unterschiedlichen Erhaltungszustände der Reliefs. Die konservatorischen Maßnahmen umfassen eine Wiederbefestigung von lockeren Reliefpartien, eine Reinigung und Freilegung der noch vorhandenen Reste der Farbfassungen sowie eine partielle Festigung von gefährdeten Bereichen. Stark beschädigte Bereiche werden formal ergänzt und durch Retusche der Umgebung angepasst. Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen konnten Reste der Originalfassung des 16. Jahrhunderts nachgewiesen werden, die auf ein ursprünglich farbenprächtiges Erscheinungsbild schließen lassen.

Die Präsentation aller sechs Passionsreliefs im Belvedere bietet erstmals die Gelegenheit, diese qualitätvollen Zeugnisse der Wiener Steinmetzkunst an der Wende zur Neuzeit aus nächster Nähe zu betrachten. Eine wissenschaftliche Begleitpublikation beleuchtet das Werk in seinem historischen und kunsthistorischen Kontext und bietet eine ausführliche Dokumentation der aktuellen Restaurierung.

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